Hintergrund

George Hogg

George Hogg war ein englischer Abenteurer. Er wurde 1914 als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren und wuchs in der kleinen englischen Stadt Harpenden auf. Nach seinem Abschluss an der Oxford University in Wirtschaftswissenschaften begab sich Hogg auf eine Weltreise mit seiner Tante Muriel Lester, einer bekannten englischen Pazifistin und persönlichen Freundin Gandhis. 1937 ging er nach China, welches zu der Zeit von militärischen Konflikten im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges überschattet war.

Hogg erreichte Shanghai kurz nach dem Massaker der Japaner an beinahe 300.000 chinesischen Bürgern in der nahegelegenen Stadt Nanjing. Die schrecklichen Ereignisse in Nanjing veranlassten Hogg als Kriegsreporter in Shanghai zu arbeiten. Gefangen im Krieg zwischen China und Japan sah er die Brutalität der japanischen Armee mit eigenen Augen. Hogg fühlte sich dazu berufen, zu berichten und den chinesischen Bürgern zu helfen, und blieb in China.

Während seines Aufenthalts in China erlebte er unzählige Ereignisse, die seine Einstellung zum Leben grundlegend änderten. Er arbeitete mit dem in Neuseeland geborenen Kommunisten Rewi Alley zusammen und gründete mit ihm eine Schule für Waisenkinder in Shaanxi, einer kleinen Provinz im Nordwesten Chinas. 1942 wurde Hogg zum Schuldirektor. Die Schüler waren wie Kinder für ihn. In Shaanxi fühlte er sich zu Hause. Er adoptierte vier Jungen, deren Mutter starb.

Ihr glückliches Leben wurde jedoch bald mit dem Einmarsch der japanischen Truppen beendet. Hogg beschloss, die Kinder an einen sicheren Ort hunderte Meilen entfernt zu bringen – nach Shandan in der Provinz Gansu im Nordwesten Chinas. Hogg und seine Kinder reisten über siebenhundert Meilen in den Wintermonaten die Seidenstraße entlang.

Einige der Kinder von George Hogg leben heute noch und empfinden noch immer große Liebe und Hochachtung für Hogg und seinen Mut, der ihnen in auswegloser Lage, das Leben gerettet hat. Zur Erinnerung an Hogg gibt es bis heute in Shandan eine Statue und ein kleines Museum.

Der Film „Die Kinder der Seidenstraße“ (2008) erzählt die Geschichte Hoggs und seiner Kinder in einer gekürzten und für das Kino etwas abgeänderten Version.

Des Weiteren zeichnet das Buch “Ocean Devil: The Life and Legend of George Hogg” von James MacManus, von dem u. a. das Drehbuch zum Film stammt, Hoggs Leben nach.

Auch Rewi Alley hat ein Buch über seinen Freund mit dem Titel “Fruition: The Life of George Alwin Hogg“ herausgegeben.

(Quellen: http://www.btmbeijing.com/contents/en/btm/2008-05/books/oceandevil), 2008/05/01, text by Li Q in; http://en.wikipedia.org/wiki/George_Hogg_(adventurer)

Das Kinder der Seidenstraße
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