Hintergrund
Die Dreharbeiten
Anfang November 2006 reiste die Filmcrew nach Dunhuang in der Provinz Gansu, 3500 Kilometer nordwestlich von Hengdian, wo schließlich am 13. November die Dreharbeiten begannen. Dunhuang, wo die nördliche und südliche Seidenstraße aufeinandertrafen, war seit dem 3. Jahrhundert ein Handels-, Religions- und Wissenschaftszentrum. Die Gegend, in der das Team drehte, wird häufig als „Oase“ bezeichnet und gilt als spektakulärster Teil der Wüste Gobi, die für ihre majestätischen Sanddünen und einzigartigen Felsformationen bekannt ist.
Aufgrund der Schauplatz-Logistik und der Terminplanung begann das Team die Dreharbeiten mit dem Ende der Geschichte. Einige der emotional anspruchsvollsten Szenen entstanden hier, darunter eine Szene auf einem alten Wüstenfriedhof, dessen Gräber mehrere tausend Jahre alt sind.
Von Dunhuang reiste das Team in die Kleinstadt Liancheng. Sie liegt außerhalb der Stadt Lanzhou, die auch als 'Goldene Stadt' bekannt und einer der wichtigsten Zwischenstopps entlang des chinesischen Abschnitts der Seidenstraße ist. Zwischen Dunhuang und Lanzhou liegt die alte Stadt Shandan. Hier wird mit einem offiziellen Denkmal in der Stadtmitte an George Hogg erinnert. Auch sein Grab findet sich in dieser Stadt, unweit vom Fluss Ruoshui.
Der Dreh in Liancheng erwies sich für das Team als ganz besondere Herausforderung, denn es schneite nicht nur unaufhörlich, auch die Minustemperaturen waren extrem und Annehmlichkeiten äußerst selten anzutreffen. Dafür fand sich hier einer der schönsten historischen Schauplätze, ein altes tibetisches Kloster, das in das Film-Waisenhaus umgewandelt wurde. Einige der schwierigsten Szenen des Films entstanden mit ungeheurem Aufwand in der nahegelegenen wilden Bergregion, dem Schauplatz für die 'Karawanen'- Sequenz mit ihrer endlosen Prozession von Kindern, Karren, Habseligkeiten und Tieren, die sich mühselig durch unwirtliches Terrain fortbewegen.
In diesen Szenen wurden an manchen Tagen bis zu 1000 Komparsen gebraucht, Hunderte von Tieren, darunter 50 Esel, 80 Kamele und 120 Pferde. Nach mehreren Drehwochen an Originalschauplätzen kehrte das Team nach Hengdian zurück, wo die nächsten sieben Wochen gearbeitet wurde. Mehr als 200 Handwerker bauten Innen- und Aussenkulissen im Studio und in der Umgebung oder veränderten sie für die Erfordernisse des Films, darunter die Straßen von Nanjing, die zu den gewaltigsten Bauten der Produktion zählten.
In dieser Zeit filmte das Team auch in einer der größten chinesischen Touristenattraktionen, einem Bürgerhaus aus dem 15. Jahrhundert, das der Lu-Familie gehörte. Dieses Haus wird in Südchina als ‘Verbotener Palast‘ bezeichnet und stellt im Film die Innenräume von Madame Wangs Haus dar.
Die wenigsten Filme werden in chronologischer Reihenfolge gedreht, doch dieser, so erläutert Schulz-Keil, wies eine Besonderheit auf: Er wurde konsequent von hinten aufgerollt, so dass die Anfangsszenen am Ende des Drehs standen. Die letzten Drehtage von DIE KINDER DER SEIDENSTRASSE fanden in den Chedun Studios von Shanghai statt, wo die Szenenbildner einen japanischen Kontrollpunkt an der Stadtgrenze Shanghais gebaut hatten.



